25. September 2012

berechtigte frage

da hab ich aber was angestellt mit dem männer gsälz, und etliche aufgeregte mails gingen ein, mit der frage


wo bekomm ich denn jetzt noch so viele frische rosenblüten her?

cr lineva


diese frage möchte ich nun auf diesem weg beantworten, wobei ich da etwas ausholen muß.

zunächst einmal, den garten den wir haben ist relativ klein und liegt überwiegend im schatten. 
schon das allein war eine herausforderung  für die empfindlichen rosen und auch für uns, 
und ich bin keine rosengärtnerin im herkömmlichen sinne. 
ich wälzte bücher über bücher, fuhr zu den angesagtesten rosenzüchtern um den duft und den geschmack kennenzulernen. ich brauche wohl nicht zu erklären, daß die vielfalt unerschöpflich ist. 
und doch, weder bücher noch züchter konnten wirklich helfen. 
so blieb nur noch eins
learning by doing
in den ersten 3 jahren habe ich nur gekauft, gepflanzt, wieder raus wo anders eingesetzt, wieder gekauft, gepflanzt, auch mal ganz rausgerissen und entsorgt usw.
bis mich im 4. jahr dann der schlag traf, in dem sich in die meisten rosen 
die Rosenblattrollwespe eingenistet hat.
nun werden wohl viele rosengärtnerinnen die hände über den kopf zusammenschlagen, aber ich war so traurig und wütend, daß ich in der hochblütezeit, einfach die befallenen rosen radikal zurückgeschnitten habe. mein ungeduldiges blut hatte weder zeit noch lust jedes blättchen zu suchen wo sich dieser ungebetene gast eingenistet hatte. zumal ich wußte, daß er sich ja blitzartig davonmachte um in der erde zu überwintern und im folgejahr wieder meine rosen und mich zu quälen. die nächsten wochen habe ich mich täglich bei meinen geliebten rosen für meinen wutanfall entschuldigt. sie haben meine entschuldigung angenommen und haben mich mit blüten beglückt, die zwar nicht mehr so riesig waren, aber dafür einen unglaublich starken duft und geschmack, ja, ich esse von jeder blüte erst ein blatt bevor ich sie ernte, hatten. 
eine neue schnitttechnik war geboren.
diese schneidetechnik wende ich noch heute an, allerdings nicht ganz so radikal wie damals, man lernt ja aus seinen fehlern ;)und auch nicht bei allen rosen, daß heißt, im ersten jahr werden sie geschnitten im folgejahr dürfen sie normal wachsen. 
ganz wichtig, daß gilt nur für die von mir angebauten rosen, die da wären, damaszener rosen und alte rosen vor 1867.

die 2. methode ist relativ einfach, man friert sich die rosenblüten ein!
auch hier kann ich nur sagen
learning by doing
denn nicht alle rosen sind dazu geeignet, aus den letzten jahren kann ich sagen, die einzigen die ihre farbe, konsistenz und den geschmack beim einfrieren nicht verlieren sind die damascener rosen. 
aber auch hier gilt, für andere rosen mag das vielleicht auch zutreffen, und muß jeder selbst probieren.
wichtig ist hierbei, daß die bitterstoffe, die sich im blattansatz der blüte befinden vor dem einfrieren
weggeschnitten werden. hierzu dreht man die blüten mit einem dreh ab und kann sie dann abschneiden.

so, das war nun für meine verhältnisse superlang, danke für's lesen und viel spaß beim ausprobieren, denn
wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

herzliche grüße
k