11. Juli 2016

wochen|worte kw 28

die wälder schweigen

die jahreszeiten wandern durch die wälder.
man sieht es nicht. man liest es nur im blatt.
die jahreszeiten strolchen durch die felder.
man zählt die tage. und nun zählt die gelder.
man sehnt sich fort aus dem geschrei der stadt.

das dächermeer schlägt ziegelrote wellen.
die luft ist dick und wie aus grauem tuch.
man träumt von äckern und von pferdeställen.
man träumt von grünen teichen und forellen.
und möchte in die stille zu besuch.

die seele wird vom pflastertreten krumm.
mit bäumen kann man wie mit brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine seele um.
die wälder schweigen. doch sie sind nicht stumm.
und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

man flieht aus den büros und den fabriken.
wohin, ist gleich! die erde ist ja rund!
dort, wo die gräser wie bekannte nicken
und wo die spinnen seidne strümpfe stricken,
wird man gesund.

*erich kästner ( aus doktor e.kästners lyrische hausapotheke)*


ich wünsche euch allen einen geruhsamen wochenstrart

karin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

♥lichen dank für deinen besuch und deine netten worte, ich hoffe du kommst mal wieder auf besuch. bis zum nächsten mal